Charity

Unser Charity-Projekt seit 2008: Wir errichten ein Schulhaus für das Urwaldkloster DAMMA LINGAYA IN BURMA.

Der „Goldene Felsen“ ist jedem, der schon einmal in Burma war, ein Begriff. Fährt man zu ihm, so kommt man - ab ca. 3 Stunden von Yangon - zu einem Platz, der „Basiscamp“ genannt wird. Vor diesem, wo das Leben aufgrund der vielen Pilger quirlig wie auf einem Marktplatz ist, befindet sich ein breites Tor und vor diesem kann man gleich rechts in eine enge Gasse abzweigen, die nicht erkennen läßt, daß sie irgendwohin führe. Hier beginnt unsere Fahrt auf staubiger, buckeliger, tief eingefahrener und leuchtend roter Straße, die sich durch den grünen Urwald windet. Man hat sich auszukennen, es gibt Abzweigungen, es ist nichts beschildert, allzu leicht verfährt man sich, aber bald kann man in dem stillen Örtchen angekommen sein, von dem man fast nichts sieht und in dem sich das Kloster namens Damma Lingaya befindet.


Zu unserem ersten Besuch 2008 waren wir noch nicht angemeldet und so dauerte es eine Weile, bis den Insassen klar war, welche Absicht wir Eindringlinge hatten. Schnell war aller Unterricht beendigt und sämtliche Kinder kamen nach und nach die Stiege des Kostergebäudes herunter.


Alle stellten sich dann auf dem Platz auf, der junge Lehrer dirigierte das. Wie desolat das alte Klostergebäude war, das gleichzeitig Schule, Aufenthaltsraum für die Kinder, Schlafstätten und Mönchsbetrieb beherbergte, sieht man gut an der Nahaufnahme der Fenster. 

Unsere Idee war, ein armes, sehr abseits gelegenes Kloster zu finden, das besonders einer Unterstützung bedurfte und in dem es Kinder gibt. Die soziale Funktion der buddhistischen Klöster in Burma ist eine bekannte Tatsache. Mit Hilfe einer guten Bekannten in Yangon erhielten wir den Namen „Damma Lingaya“ und machten uns sehr neugierig auf den Weg. In dem kleinen Städtchen Kyaikto, das unfern des vorhin genannten „Basiscamps“ liegt, machten wir uns ans Einkaufen von Säcken voller Reis, Süßigkeiten und Spielzeug. Das Feilschen um einen besseren Preis war wie üblich ein Vergnügen, die vielen Reissäcke waren in unserem Allradwagen aber nicht mehr unterzubringen, es zu liefern (aber kostenfrei - weil für ein Kloster) überhaupt kein Problem. Wir fuhren also los.


Wir brachten Reissäcke, das zweite Bild zeigt die Kinder bei ihrer einfachen Malzeit, Reis und etwas Gemüse. In den Schlafräumen teilen sich jeweils zwei Kinder ein Bett.

Per aspera ad astra, könnte man sagen. Aus der Düsternis des Urwaldes durch ein Tor ans Lichte des Klostergeländes. Wir waren nicht angemeldet und so dauerte es eine Weile, bis den Insassen klar war, welche Absicht wir Eindringlinge hatten. Schnell war aller Unterricht beendigt und sämtliche Kinder auf dem Platz aufgestellt, der junge Lehrer dirigierte das. Wir waren verblüfft – um die 290 Kinder sprudelten da aus dem Schulgebäude hervor, hüpften die Stiegen herab und stellten sich in Formation auf. Die Sachen, die wir mitgebracht hatten, waren schnell verteilt – es war natürlich zu wenig, etliche der Kinder gingen leer aus. Aber wir kamen nochmals zurück und brachten in Kyaikto Gekauftes für die restlichen Kinder. Was uns besonders aufgefallen ist – saubere Kleidung aller Kinder, kein Gerangel, eines nach dem anderen (die Kleineren zuerst) kam zur Entgegennahme und immer zuerst ein ernstes, manchesmal trauriges Gesichtchen, dann ein glücklich lächelndes - das Spielzeug (die Puppe, das Auto) war in Besitz genommen! Seither sammeln wir jedes Jahr mit Hilfe österreichischer Freunde Spielzeug zusammen, um es dann in Koffern nach Burma mitzunehmen (2013 war der Koffer verschwunden, aber die Airline entdeckte ihn in Taipeh und knapp rechtzeitig war er dann endlich in Yangon ...)


Wir brachten Spielzeug mit, wovon sich jedes Kind etwas aussuchen konnte. Der junge Leher führt die Kleinsten, die sich alleine nicht trauten. Die beiden Knaben im Hintergrund und auf dem Foto daneben waren erst ganz kurz im Heim, sie wurden alleine ohne ihre Eltern von den Mönchen im Urwald gefunden. Wo immer sie hingingen und auch beim Schlafen hielten sie sich beide umarmt oder zumindest  fest an der Hand.

Das Schulgebäude sah so jämmerlich aus, daß es bereits faszinierend war. Entweder keine Fenster oder die Rahmen hingen so sehr schief heraus, die Scheiben zerbrochen, daß es aussah, als wäre innen eine Explosion gewesen. Noch nie haben wir Fenster gesehen, die derart schief hängen können. In den Klassen saßen alle Kinder am Boden, eine Tafel und einige Kreiden waren das ganze Inventar. Kein Licht, keine Schreibhefte, Bleistifte, Schulbücher usf. Den nächsten Tag kauften wir das - soweit es erhältlich war - und sandten es ins Kloster. Auch der Abt des Klosters unterrichtete. Bei unserem ersten Besuch zeigte er sich eher verschlossen, wir waren ihm - als doch sehr fremdartige Wesen - zu unvermutet „hereingeschneit“. Ab unserem nächsten Besuch im darauffolgenden Jahr änderte sich das aber mehr und mehr. Auf die Frage, was hier am nötigsten gebraucht würde, hieß es „ein neues Schulhaus“. Somit war die kaum entsprungene Idee beschlossen und hatte sich nur der Ausführung zu gedulden.


In den Schulstunden saßen alle Kinder gemeindam am Boden, einziges Lehrmittel war eine alte Tafel, keine Bücher, keine Hefte, keine Schreibmaterial

Die Kinder hier waren Mädchen und Knaben, gemischt. Das widersprach der in westlichen Publikationen gerne gemachten Behauptung, daß Mädchen in Klöstern nicht unterrichtet würden. Jedoch schliefen die Mädchen nicht im Kloster, sondern wurden im Dorf in Familien untergebracht. Das Kloster liegt im Grenzbereich zum Staat Karen (auch Kayin genannt), mit dem Burma einen langwierigen Kleinkrieg zu führen hatte. Dieser wurde 2012 beendigt, aber ganz genau weiß man es in Burma nie, vor allem nicht, wie lange es halten wird. Und die Kinder in dem Kloster sind teilweise Waisenkinder, die ihre Eltern in den Kämpfen verloren haben. Es sind aber auch Kinder darunter, die aus den Dörfern der Umgegend wegen einer Schulung hergeschickt wurden. Bei Knaben ist es in Burma überhaupt Tradition, sie für eine Zeit in einem Kloster unterzubringen, manche verbleiben und werden Mönche. Einigen Kindern sah man es im Gesicht doch richtig an, daß sie ihre Eltern, ihr Zuhause offensichtlich verloren hatten, auch die Abbildungen können das vermitteln. Wenn Kinder aus dem direkt anliegenden Dorf sich ins Klostergelände „eingeschlichen“ hatten - aus Neugier oder weil sie sich vielleicht erhofften, auch etwas zu bekommen - so waren sie leicht zu erkennen – nämlich an ihrem unsauberen Aussehen, an ihrer zerissenen, schmutzigen Kleidung ...


Die Küche für das Heim besteht aus zwei überdachten Kochstellen im Freien. Vor dem Essen wäscht jedes Kind sein Schüsselchen aus

Es gibt in Burma einige Klöster, die sich in größerem Umfang der Schulung von Kindern widmen, die Zahl kann dabei die 1000 durchaus erreichen. Solche Klöster müssen größere Landwirtschaften unterhalten, um die Ernährung zu gewährleisten, in denen aber auch bestimmte Arbeiten regelmäßig verrichtet werden müssen. Das Kloster Damma Lingaya hat eine Randlage und ist auf jeden Fall eines der ärmeren, vielleicht auch ärmsten. In Wien veranstalten wir jährlich eine Auktion, die nur dem Zweck der Geldbeschaffung für dieses Kloster dient, das wir dann persönlich überbringen. Eingekauft für das Kloster haben wir nur beim allerersten Besuch (die Reissäcke etc.), das machen wir nicht mehr, händigen nur das Geld aus (eine sehr nette, nahezu ergreifende Zeremonie). Denn die Leute vor Ort können die Preise noch einiges mehr herabhandeln, als es uns Fremden gelingen könnte. Wir kontrollieren persönlich jährlich die Verwendung unserer Spendengelder und es ist immer wieder erstaunlich festzustellen, wie effizient damit gearbeitet wurde. Kein Kyat wird unnütz verschwendet oder wandert in undurchschaubare Kanäle. 


Das Haus nach dem ersten Jahr 2009. Das Haus 2010 außen und  innen. 2011 wurden notwendigste Reparaturen am Klostergebäude und dem kleinen, klostereigenen Tempel gemacht. Weiters wurde ein größeres Grundstück für eigenen Anbau von Gemüse erworben. 


2012 ging es dann  am Schulgebäude weiter, der erste Stock wurde eingerichtet, der Boden eingezogen  und 5 Schulklassen eingerichtet. Blick in die neuen Schulräume im neuen Schulgebäude, Herr Zacken vorne an der Tafel. Die Kinder haben ab 2011 erstmals Schulbänke und genügend Lehrmaterial, Bücher, Hefte, Stifte. Der Abt ist rechts vor dem Fenster sitzend zu sehen.   


Das Schulgebäude 2013, die Fenster sind nun eingesetzt, das ganze Haus verputzt und eine provisorische Stiege errichtet.

Eine Abbildung zeigt den frühesten Zustand des neuen Gebäudes - das Erdgeschoß war erst hingesetzt, Keller sind hier nicht üblich. Nach drei Jahren steht das ganze Gebäude mit drei Stockwerken und einer jeweiligen Bodenfläche von rund 600 qm. Das Erdgeschoß dient vorläufig noch als Lagerraum. Der erste Stock ist schon seit dem Vorjahr Schule, fünf Klassen werden (ohne Zwischenwände) unterrichtet, Tafeln, Schulbänke und Schreibzeug sind vorhanden. Ebenso Schulbücher. Der Zugang ist über ein außen anliegendes Stiegenwerk. Das Stockwerk darüber, durch das Dach etwas beengter, wird die neuen Schlafräume haben. Das ganze Haus hat sehr gediegen gearbeitete Fenster, ein bestens gebautes Dach und ist bereits rundum verputzt. Außen fehlen nur noch eine Art überdachte Galerie, damit auch während der - hier heftigen - Regenzeit einigermaßen trocken gegangen werden kann, sowie die Fertigstellung des Stiegenwerks. Was wir im März eindeutig feststellen konnten - alle sind stolz auf das neue große Gebäude, besonders der Abt, der sich wieder gut erholt hat, nachdem er im Vorjahr die Folgen eines schweren Unfalls (mit Gehirnblutung) durchzustehen hatte. Inzwischen sind wir mit ihm so etwas wie befreundet und freuen uns bereits auf den nächsten Besuch!


Auch die sehr hübschen zehn Katzen des Klosters wurden von uns bedacht. Einige Brekkies ausgestreut und schon waren alle hergestürmt und haben es sich schmecken lassen. In dem großen Sack ist eine ganze Sammlung kleiner Spielzeugautos (von einer unserer früheren Mitarbeiter - Frau Besenböck - gespendet)

UNSERE NÄCHSTE CHARITY-AUKTION finder wiederum im Jänner statt, somit 2014. Im Feber danach wird der Erlös von uns persönlich dem Abt ausgehändigt werden.


Geldübergabe 2013 an den Abt, der sich hiemit bei allen bedankt. 

Spenden sind jederzeit hochwillkommen, es ist  noch so viel tun!